Ein Klick auf die Vorschaubilder bringt Sie zu den ausgewählten Motiven.

Mose mit den zehn Geboten, den Übertretungen der Gebote und den zehn ägyptischen Plagen

Mose, der sein Volk in Gottes Auftrag aus der ägyptischen Knechtschaft befreit und es durch die Wüste ins Gelobte Land führt, begegnet auf dem Berg Sinai Gott und erhält von ihm die 10 Gebote (2. Mose 20,2-17 und 5. Mose 5,6 ff.). Die Gegenüberstellung der Plagen und Gebote geht auf den Kirchenvater Augustinus zurück. Die Plagen werden quasi als Bestrafung demjenigen vor Augen geführt, der die Gebote nicht einhält.

Vermutlich spielte das große Wandbild in der Beichtpraxis des späten Mittelalters eine wichtige Rolle. Dass Moses eindrucksvolles, bärtiges Gesicht mit Hörnern dargestellt wird, beruht auf einer umstrittenen Vokabel in der Bibelübersetzung des Hieronymus (347-419), der aus dem Hebräischen ins Lateinische übersetzte (2. Mose 34,29: lat. cornutus). Da Hörner in den altorientalischen Religionen ein Symbol für Macht, Stärke, Herrlichkeit und Göttlichkeit waren, könnte Hieronymus das Wort mit Bedacht als geläufige Metapher und als Auszeichnung für Mose, der auf dem Berg Sinai Gott begegnete, gewählt haben.

Ein sog. Einblattholzschnitt diente dem Zierenberger Maler als Vorlage. Dieser handkolorierte Holzschnitt ist heute nur noch in einem Exemplar im Britischen Museum in London nachweisbar (Schwäbisch 1465/80. Campbell Dodgson Nr. A 118). Er erlaubt die genaue Kenntnis der Texte, die im Wandbild kaum noch lesbar sind.